Dürfen wir vorstellen? Das ist Knuff – ein Sunlight V60

Ein Monat ist bereits vergangen, seitdem wir unser neues Zuhause auf Rädern bezogen haben. Anfängliche Schwierigkeiten wie ein defekter Spülhahn und ein nicht kühlender Kühlschrank sind längst überwunden und wir kommen mit dem Leben ,,on the road” sehr gut zurecht. Welche Ausstattung Knuff hat und welche Möglichkeiten wir während der Fahrt als auch im Stand haben, erfährst Du in diesem Beitrag.

Steckbrief zu unserem Knuff

  • Teilintegriertes Wohnmobil auf Fiat Ducato Basis
  • Modell: Sunlight V60
  • Wohnwelt: Maui Beach
  • Länge: 595 cm, Breite: 214 cm, Höhe: 271 cm
  • Innenhöhe: 195 cm
  • Leistung kW (PS): 103 (140)
  • Getriebe: 9-Gang Automatik
  • Technisch zul. Gesamtmasse: 3.500 kg
  • Liegefläche Heck: 194 x 140/130 cm
  • Kühlschrank / davon Eisfach: 89 / 11 l
  • Zweite Aufbaubatterie 90 Ah
  • 1.800 W Wechselrichter für 230V-Steckdosen

Das Fahrerhaus - Ein Fiat Ducato mit Extras

Schon aus weiter Ferne zieht Knuff durch sein schnittiges Aussehen die Blicke auf sich. Der schwarze Kühlergrill und die LED-Tagfahrlampen bringen ein sportliches Erscheinungsbild. Ein wichtiges Entscheidungskriterium bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t war das 9-Gang-Automatikgetriebe – und seit der ersten Fahrt schätzen wir dieses sehr. Prinzipiell ist es so, dass das Basismodell beim Hersteller Sunlight so gut wie gar keine Ausstattung bietet. Über Pakete kommen dann Grundausstattungen wie z.B. eine manuelle Klimaanlage, Lautsprecher und ein höhenverstellbarer Beifahrersitz hinzu. Eine praktische Besonderheit ist ein kleiner Knopf, der es ermöglicht, das Radio im Stand über die Wohnraumbatterie laufen zu lassen. So muss man sich keine Gedanken über die Fahrzeugbatterie und das nächste Anlassen des Motors machen. Die beiden Bord- oder auch Wohnraumbatterien befinden sich unter dem Beifahrersitz. Der kunterbunte Sicherungskasten liegt unter dem Fahrersitz. Beide Sitze lassen sich um 180° drehen, sodass eine gemütliche Sitzgruppe entsteht. Aus Amerika kennen und lieben wir die Armlehnen, die einfach unabdingbar für eine entspannte Fahrt sind. Entlang der Decke führt eine Schiene, damit der Vorhang einerseits Sichtschutz und andererseits etwas Isolierung bieten kann.

Das Fahrerhaus im Sunlight V60

Die Elektrik in unserem Mobil

Wie bei jedem Fahrzeug gibt es eine Batterie, die Starterbatterie, die alle Funktionalitäten des Basisfahrzeugs bedient. Allerdings lädt diese Batterie während der Fahrt eine Aufbaubatterie, die den Wohnraum bedient. Da wir eher autark, also ohne einen externen Stromanschluss stehen wollen, ließen wir uns direkt eine zweite Aufbaubatterie einbauen. Den Ladestatus können wir über ein Panel abrufen, welches die verfügbare Spannung in Volt angibt. So haben wir zu jederzeit Licht. Abgesehen von einer USB- sowie einer 12V-Steckdose im Fahrerhaus haben wir noch zwei weitere USB-Steckdosen an der Sitzgruppe und eine 12V-Steckdose an der Küchenzeile. Da wir aber zum Beispiel für einen Föhn oder auch für die Ladegeräte der Kamera und der Laptops mehr als 12V benötigen, ließen wir uns einen 1.800 Watt Wechselrichter bzw. Inverter einbauen. Dieser wandelt die 12V in 230V um, die wir über zwei herkömmliche Steckdosen abrufen können. Da dadurch die Batterien schneller entladen werden, wurde zwischen die Lichtmaschine der Staterbatterie und die Aufbaubatterie ein Booster geschaltet, sodass eine effektivere Ladung stattfinden kann.

Das Gassystem - für ein wohnliches Ambiente

Zwei 11 Kilo Gasflaschen finden in Knuff Platz. Diese bedienen u.a. die Heizung, die wir nach gewünschter Temperatur auf einem elektrischen Bedienpanel einstellen können. Sieben Öffnungen, darunter auch eine in der Garage, ermöglichen eine gleichmäßige Erwärmung. Auf diesem Panel können wir auch den Wasserboiler einschalten, damit wir warmes bzw. heißes Wasser zum Abwaschen und Duschen haben. Abgesehen vom Kochfeld läuft auch der Kühlschrank im Stand über Gas. Normalerweise müssen die Gasflaschen während der Fahrt zugedreht werden. Doch nicht nur deswegen, sondern hauptsächlich wegen eines Crash-Sensors, der im Falle eines Unfalls die Gaszufuhr kappt, haben wir uns eine sogenannte Duo-Control CS einbauen lassen. So können wir sicherer und ohne ständiges Auf- und Abdrehen entspannt umher fahren.

Die Küche in unserem rollenden Zuhause

Unsere Küche verfügt über drei Kochfelder (ein großes und zwei kleine), ein Spülbecken und einen Kühlschrank von 89 l inklusive 11 l Gefrierfach. Letzterer läuft im Stand über Gas oder bei einem externen Anschluss über Strom und während der Fahrt über die 12V der Aufbaubatterie. In den beiden Oberschränken finden Geschirr, Lebensmittel, Pfannen & Töpfe Platz. Unter der Spüle befindet sich eine praktische Besteckschublade und direkt darunter ein weiteres Fach und ein kleiner Mülleimer.

Unser kleines Badezimmer

Ein wahres Raumwunder – neben dem Spiegel befindet sich ein sehr geräumiges Schränkchen, indem man mehr als genug unter bekommt. Das absolute Highlight ist das schwenkbare Waschbecken, dass in wenigen Sekunden eine geräumige Duschkabine zaubert. Nimmt man den Einlegeboden heraus, dreht den Toilettensitz etwas beiseite und klappt das Waschbecken herüber, kann man ganz ohne klebrigen Vorhang eine entspannte Dusche nehmen. Die Ausbeulung des Radkastens bietet eine praktische Ablagefläche.

Der Schlafbereich in Knuff

Im Heck befindet sich unser gemütliches Bett. Auf einer Fläche von 1,94 x 140/130 cm lässt es sich sehr gut Schlummern. Die Matratze wird am Fußende etwas schmäler, damit in der Küche ein klein wenig mehr Platz ist. Der Lattenrost ist in die zwei einzelnen Matratzen eingelassen und so haben wir einen guten Schlafkomfort. In den beiden Oberschränken, die über die gesamte Breite gehen, lassen sich eine Menge Klamotten unterbringen. Über dem Kopfende ist ein praktisches Regal mit zwei Leselampen installiert. Tatsächlich gibt es direkt unter dem Bett auch noch einen Kleiderschrank mit Kleiderstange und jeder Menge Stauraum.

Unser Schlafzimmer im Sunlight V60

Unser fahrbares Esszimmer - Ausblick garantiert

Hinter dem Fahrerhaus befindet sich die gemütliche Sitzgruppe. Sind beide Sitze umgedreht, passen sogar bis zu fünf Personen an den Tisch. Eine Erweiterung der Tischplatte ermöglicht es, dass man sogar von dem kleinen Sitz aus essen kann. Zwei Oberschränke und ein Staufach unter dem kleinen Sitz bieten auch hier jede Menge Stauraum. Unter der Sitzbank liegt der 110 l Frischwassertank. Unter dem kleinen Sitz wurde der Inverter installiert. Die Sitzbank bietet zugelassene Sitze, wo zwei Personen während der Fahrt Platz nehmen können.

Unser Esszimmer im Sunlight V60

Die Heckgarage - selbst diese kann Knuff bieten

Hinter dem Kleiderschrank unter dem Bett befindet sich ein großer Stauraum, der von zwei Außenklappen aus zugänglich ist. Praktischerweise ist ein Licht und eine weitere Steckdose installiert worden. Unsere Stühle, der Tisch, die Inliner, das SUP, eine Wasserkiste, Putzmittel, Werkzeug und vieles mehr finden hier einwandfrei Platz.

Warum wir uns für einen Sunlight V60 entschieden haben

Unser Trip in Amerika mit einem Kastenwagen löste bei uns völlige Begeisterung aus. Allerdings waren wir mit der Innenraumaufteilung nicht so zufrieden. Das Bad lag im Heck, in der Mitte des Fahrzeugs waren längs zwei Sitzbänke, zwischen denen man den Tisch aufbauen oder diese zum Bett umwandeln konnte. Daher waren wir ständig am Umbauen. Eine kurze Recherche zeigte, dass es auch praktischer aufgebaute Kastenwagen gibt und so suchten wir uns in Spanien schon einige Favoriten heraus, die wir dann zurück in Deutschland Anfang März besichtigten. Beim Gespräch mit einem Händler am Telefon, dem wir unsere Situation und die Intention vom Leben im Fahrzeug schilderten, machte er uns auf dieses Modell aufmerksam und meinte, wir sollen es uns doch mal anschauen. Beim ersten Anblick hatten wir beide sofort nur einen Gedanken: ,,Wir wollen doch kein Wohnmobil!” Also kümmerten wir uns nicht weiter um dieses Modell. Bei der Besichtigung schauten wir uns einige Kastenwagen an und der Händler hakte dann nochmal zu dem Modell nach. Als wir in das Mobil stiegen, waren wir ziemlich verdutzt. Trotz minimal größerer Außenmaße war der Innenraum spürbar geräumiger. Woran liegt das? Ganz einfach: an dem Aufbau. Ein Kastenwagen wird zur Decke hin schmäler und ist ja eigentlich als Transporter gedacht. So ist man im Platz eben einfach eingeschränkter als bei einem quadratischen Aufbau. Zusammengefasst gab es vier Gründe, die zu unserer Entscheidung führten:

✓ Die Heckgarage ist ein großzügiger Stauraum, der abgetrennt vom Wohnbereich zugänglich ist. Beim Kastenwagen müssten wir den Tisch, Stühle, Grill etc. auf dem Boden unter dem Bett lagern. Einerseits unpraktisch, und andererseits auch einfach nicht so geräumig.

✓ Alex klebt im Stehen durch den etwas höheren Innenraum mit seinem Kopf nicht direkt unter der Decke.

✓ Die GFK- Wände des Aufbaus bieten eine bessere Isolierung, die vor allem im Winter einen großen Vorteil bietet.

✓ Und vor allem: Es gibt kaum einen Preisunterschied zwischen den beiden Modellen.

Warum wir uns gegen einen Eigenausbau entschieden haben

Zu Beginn unserer Überlegungen waren wir ja noch im Kastenwagen-Fieber. Gerade auf Instagram sieht man unendlich viele Posts mit stylisch eingerichteten, selbst ausgebauten Vans. Der Hashtag #vanlife wurde zum Lebensstil. Er steht für Freiheit, Kreativität und Individualität. Daher machten wir uns Gedanken darüber, ob auch wir uns an diese Masteraufgabe setzen sollten. Schaut man sich diese ganzen Inspirationen an, wächst das Gefühl »Sowas möchten wir auch« mit jedem Bild weiter und weiter. Viele filmen den gesamten Vanausbau und so erhält man einen guten Eindruck, wie viel Arbeit dahintersteckt. Meist werden zwei bis drei Monate bis zur Fertigstellung angesetzt. Wir beide haben jedoch gar keinen handwerklichen Hintergrund. Das Besondere ist zudem, dass selbst in einem so kompakten Fahrzeug mehrere Handwerke zusammenlaufen. Schreinern für die Schränke, Fliesenlegen im Bad, Elektrik für den Wohnraum sowie Anlagenmechanik für Sanitär- und Heizungstechnik. Das war uns dann etwas zu komplex und wir hatten Bedenken, dass durch unser Unwissen ein Sicherheitsrisiko besteht. Gerade bei der Elektrik und dem Gas wollten wir keine Gefahr eingehen. Während unserer Recherche stießen wir auf einige Modelle bzw. Wohnwelten, die uns gut gefielen und nicht mehr so wie aus vergangenen Zeiten aussahen. So entschieden wir uns dazu, ein fertiges Modell von einem Hersteller zu wählen und den Innenraum nach und nach individuell zu gestalten.

Falls Du noch nicht weißt, wie wir eigentlich zu einem Zuhause auf vier Rädern gekommen sind, findest Du hier unseren Weg. 

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