Tipps zum Übernachten mit einem Camper in den USA

In diesem Beitrag möchten wir Dir Tipps zum Übernachten mit einem Camper in den USA geben. Wir erklären Dir kurz die einzelnen Optionen, die Du auf Deinem Amerika Road-Trip zur Auswahl hast. So kannst Du Dir einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen und Deinen Trip besser vorbereiten.

Die meisten Wohnmobilparks, National- und State Parks sowie private Campingplätze sind gut im Internet zu finden und können dort meist schon vorher gebucht werden. Wir empfehlen Dir die Webseite von reseveamerica.com zu nutzen. Hier findest Du neben den Campingplätzen auch weitere spannende und interessante Tipps zu Aktivitäten in der Umgebung. Planst Du einen Roadtrip in den Sommermonaten und möchtest auf die Annehmlichkeiten eines zivilisierten Platzes nicht verzichten, solltest Du entsprechend im Voraus buchen. 

Vanlife USA: Klassischer Camper-Van im Acadia Nationalpark Ostkueste USA
Unser Campervan auf der Park Loop Road im Acadia Nationalpark, Maine

Mit dem Camper oder Zelt im National- oder State Park übernachten

Die Infrastruktur innerhalb der National- und State Parks in den USA ist meist sehr gut und die Regierung legt großen Wert auf Sauberkeit und Ordnung. Sowohl die National- als auch die State Park-Campingplätze bieten Dir preiswerte Stellplätze an. Darüber hinaus sind die Campingplätze in den Nationalparks zentral zu den den dortigen Naturwundern gelegen und in größeren Parks gibt es des Öfteren auch mehrere Campingplätze. Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Nationalparks findest Du auf der Webseite des amerikanischen National Park Services. 

Großer Vorteil dieser Parks ist die Nähe zur Natur und die natürliche Einbindung in das umliegende Landschaftsbild. Zudem hast Du bei allen Stellflächen die Möglichkeit ein kleines Lagerfeuer zu machen und/oder an einem kleinen Picknicktisch den Tag ausklingen zu lassen. Mitunter hast Du sogar ein Wasseranschluss direkt an Deinem Platz oder aber auf jeden Fall eine Wasserstelle mit Frischwasser in unmittelbarer Umgebung. Stromanschlüsse hingegen gibt es nur vereinzelt in den Waschräumen bzw. Toilettenhäusern. Von diesen darfst Du allerdings nicht den größten Komfort erwarten.

Die Übernachtungskosten liegen in der Regel bei ca. 20 bis 40 Dollar pro Nacht. Auf den meisten Campingplätzen sind in den Übernachtungskosten die Nutzung der Duscheinrichtungen inbegriffen. Allerdings haben wir auch unerwartet die Erfahrung machen dürfen, dass man für die Nutzung der Duschen einen kleinen Betrag (2 Dollar für 12 Minuten) zahlen musste. Da es auf den Campingplätzen meist keine Münzwechselmaschinen gibt und die Parkverwaltung nur zu gewissen Öffnungszeiten zur Verfügung steht, empfehlen wir Dir immer ausreichend 25 Cent Münzen (Quarters) dabei zu haben. 

Bedenke auch, dass die Campingplätze in den National- und State Parks während der Sommermonate von Mai/Juni bis August/September sehr beliebt und teilweise schon lange im Voraus ausgebucht sind. Daher empfehlen wir Dir rechtzeitig auf www.recreation.gov nach den Verfügbarkeiten zu suchen und sofern möglich frühzeitig zu buchen. Allerdings halten sich manche Nationalparks noch an das alte Prinzip: “First come, first serve” (Wer zuerst kommt, malt zuerst).

Solltest Du in einem National- oder State Park keinen Platz mehr bekommen, oder einfach mehr Wert auf gewisse Annehmlichkeiten legen, bieten private Campingplätze zahlreiche weitere Übernachtungsmöglichkeiten. Je nach Lage und Ausstattung kommen zwischen 35 bis 50 Dollar pro Nacht auf Dich zu.

Tipps fuers Camping USA: Klassischer Camper-Van in amerikanischen State Park
Unser Campervan im Housatonic Meadows State Park, Connecticut

Übernachten in einem privaten RV-Park (Wohnmobilpark)

In ganz Amerika verteilt gibt es ca. 13.000 der sogenannten RV-Parks, die sich stark in der Größe und den Annehmlichkeiten unterscheiden. Das R steht dabei für recreational und das V für vehicle, was wörtlich übersetzt Freizeitfahrzeug bedeutet. 

Wenn Du zum ersten Mal ein Wohnmobil mietest, solltest Du Dir etwas Zeit nehmen, um Dir Gedanken darüber zu machen, wie für Dich ein idealer Aufenthalt in einem Wohnmobilpark aussieht. Legst Du Wert auf viele Annehmlichkeiten während Deines Aufenthalts, wie beispielsweise einen Pool, Fitnessraum oder Kinderspielplatz? Oder bevorzugst Du eher weiträumige Flächen in der Natur mit viel Platz zur freien Bewegung? Bist Du gesellig oder genießt Du Deine Ruhe lieber zurückgezogen? Das sind die drei grundlegenden Fragen bei der Wahl des RV-Parks. Denn eines ist klar: Amerika bietet für jeden Camper-Typ den passenden Park. 

Bist Du auf einem Road-Trip durch die USA unterwegs, hast Du auf Deiner Route die Möglichkeit in verschiedenen Wohnmobilparks zu stoppen. Behalte dabei Dein Budget in den Augen und frage auch nach Last-Minute-Angeboten. Solltest Du planen Dich an einem Ort länger aufzuhalten, bieten manche Parkbetreiber auch Wochenrabatte an.

Einige der Parks bieten ihren Campern hauptsächlich in den Sommermonaten ein großzügiges sowie vielfältiges Unterhaltungsprogramm und Aktivitäten jeglichen Spaßes an. Schau Dir daher am besten die Campingplätze online an, damit Du einen ersten Eindruck gewinnen kannst, denn auch hier gibt es große Unterschiede. Wie auch bei den Campingplätzen in den National- und State Parks empfehlen wir Dir für die Sommermonate frühzeitig im Voraus zu buchen.

Was bieten RV-Parks?

Im Vergleich zu den Campingplätzen der National- und State Parks, wo eher die Natur im Mittelpunkt steht, bieten RV-Parks ihren Campern einiges an Komfort. Zu den Annehmlichkeiten eines Wohnmobilparks gehören unter anderem:

    • Stellplätze mit Strom-, Frischwasser- und Abwasseranschluss
    • Waschmaschine und Wäschetrockner meistens gegen eine kleine Gebühr (75 Cent bis 1 Dollar pro Waschmaschine und 1 Dollar für den Wäschetrockner)
    • Komfortablere Waschräume mit Toiletten und Duschen 
    • Kostenloses WLAN entweder direkt am Stellplatz oder in den öffentlichen Bereichen
    • Swimming-Pool
    • Gemischtwarenladen mit nützlichen Produkten wie Lebensmittel, Camping-Utensilien, Kosmetika etc. 
    • Kinderspielplatz
    • Freilaufgebiete für Tiere

Unterschied zwischen RV-Park und RV-Resort

Im Gegensatz zu einem RV-Park ist ein RV-Resort aufgrund der zusätzlichen Ausstattung oft um einiges teurer. Die Übernachtung in einem klassischen RV-Park kostet 25 bis 80 Dollar pro Nacht. Eine Nacht im luxuriösen RV-Resort fängt bei 70 Dollar die Nacht an, allerdings wird Dir dafür auch mehr geboten. Neben einem Pool, einem vollausgestattetem Stellplatz und den anderen Grundausstattungen eines standardmäßigen RV-Parks findest Du in einem RV-Resort meist noch mehr Freizeitmöglichkeiten vor. Dazu zählen mitunter ein Golfplatz, private Grillmöglichkeiten, ein Spa, organisierte Veranstaltungen und vieles mehr. Auch die Stellplätze sind im Vergleich weiträumiger angelegt und exklusiver. Während die klassische RV-Parks meist für jeden Camper-Typ (auch Zelte) zugänglich sind, wünschen die meisten RV-Resorts ausschließlich große Wohnmobile oder Anhänger, um so die Exklusivität des Resorts zu wahren.

Buchung von privaten RV-Parks oder Campingplätze

Für die Buchung von privat geführten RV-Parks oder Campingplätzen empfehlen wir die Webseite von Roverpass zu nutzen. Nachdem Du einen Ort oder Staat in das Suchfeld eingegeben hast, werden alle Campingplätze auf einer Seite angezeigt. In der Übersicht kannst Du zahlreiche Filter setzen, um noch präzisere Suchergebnisse für den perfekten Stellplatz zu erhalten. Das Buchungssystem von Roverpass ist ganz einfach. Schritt für Schritt zu Deinem Stellplatz. 

Als registrierter Kunde kannst Du Deine Reservierungen verwalten, Favoritenlisten erstellen und ein Profil anlegen, damit zukünftige Buchungen beschleunigt werden. Die Anmeldung ist kostenlos. Allerdings ist die Registrierung kein Muss, um erfolgreich eine Stellfläche für Deinen Camper zu buchen.  

Schau Dir zu diesem Thema auch gerne unsere App-Empfehlungen an.

Vanlife USA: Campingplatz an der Ostkueste im Staat New York
Rehe beim Frühstück im Beaber Pond State Park, New York

Wildcamping - Übernachten inmitten der Natur

Wenn die Amerikaner von dispersed camping, pirate camping oder boondocking sprechen, meinen sie das Wildcampen. Die Worte werden Dir auf Deinem USA Road-Trip wahrscheinlich immer wieder begegnen. 

Die Vereinigten Staaten von Amerika stellen ca. 191.000.000 Hektar National Forest Land zur Verfügung, in dem Du ohne Bedenken in ausgewiesenen Gebieten kostenlos campen kannst. Gerade in den vielen landschaftlich reizvollen Regionen der USA wirst Du oft die braunen oder gelben Schilder sehen, die Dir die Einfahrt in öffentliches Land ankündigen. 

Im Gegensatz zu den kostenpflichtigen Campingplätzen in den National-, State- und Wohnmobilparks bieten Dir die kostenlosen Campingbereiche keinerlei Ausstattung. Toiletten, Duschen oder andere Annehmlichkeiten wirst Du beim Wildcampen vergeblich suchen. Stattdessen hast Du meistens wenig Nachbarn, einen traumhaften Blick in den Sternenhimmel bei klarer Sicht, kannst dem Wind in den Bäumen lauschen und spürst das Gefühl von Freiheit abseits der ausgetretenen Pfade. 

Beim Wildcampen ist es stets wicht darauf zu achten, dass Du Dir Schlafplätze in den folgenden Gebieten suchst: 

  • National Forests
  • Bureau of Land Management (BLM)
  • Wildlife Management Areas (WMA)
  • National Grasslands

Andernfalls kann es passieren, dass Du Ärger mit der Polizei oder Rangern bekommst. Meistens bitten sie Dich zwar freundlich wegzufahren, allerdings ist es nicht besonders angenehm mitten der Nacht von ihnen geweckt zu werden. 

Auch wenn es nicht viel mit Naturverbundenheit zu tun hat, sind die zahlreichen Walmart- Parkplätze eine weitere Möglichkeit kostenfrei zu campen. Bei dieser Variante solltest/musst Du in der Filiale nachfragen, ob es dort erlaubt ist. Es kommt nämlich immer mal wieder vor, dass es bei manchen Walmarts nicht gestattet ist über Nacht zu parken. Das ist meist der Fall, wenn die Parkflächen der jeweiligen Filialen gemietet sind. Am besten ruft man vorher an, so haben wir immer die eindeutigste Auskunft erhalten.

Als wir im Herbst 2019 in den USA waren, nutzen wir täglich die Webseite www.freecampsites.net. Allerdings ist sie aktuell leider nicht verfügbar. Auf der Seite teilen Camper ihre Spots mit der Camper-Community und markiere sie auf der Karte. So kannst Du leicht und übersichtlich sehen, an welchen Plätzen andere meist kostenfrei die Nächte verbracht haben.  Eine Alternative ist die App The Dyrt. In den Filtereinstellungen kannst Du die Option „dispersed“ auswählen. 

Vanlife USA: Übernachten im Death Valley
Wildcampen kurz hinterm Death Valley auf einem befestigten Stellplatz

Die Regeln beim Wildcampen

Wildcampen bedeutet, dass Du mit der Natur mehr oder weniger eins bist. Dabei solltest Du im eigenen Interesse einige Regeln beachten, die nämlich bei Missachtung schnell Konsequenzen nach sich ziehen können:

    • Obwohl es keine Gebühr gibt, sind manchmal Genehmigungen erforderlich. Dies ist aber in der Regel eindeutig auf Schildern gekennzeichnet. Halte also Ausschau nach der nächsten Ranger-Station und frage, was Du in diesem Gebiet beachten musst.
    • Nimm Deinen Müll mit und entsorge ihn ordnungsgemäß. Du wirst auf Deiner Route immer wieder auf die offizielle Richtlinie „Leave No Trace“ (Hinterlasse keine Spur) stoßen. 
    • Halte Dich mit Deinem Campervan, Wohnmobil oder Zelt mindestens 30 Meter (100 ft) vom nächsten Bach, Fluss oder See entfernt auf.
    • Prüfe Deine Umgebung auf Feuereinschränkungen, bevor Du ein Lagerfeuer machst. Besonders in den heißen Sommermonaten ist Feuer eine große Gefahr. 
    • Bewahre Deine Lebensmittel und andere duftende Gegenstände verschlossen auf. Du wirst Dich eventuell in Gebieten aufhalten, wo es auch Bären gibt. Sei also auf der Hut.

Weitere und umfangreichere Informationen zum Wilcampen in den USA sowie “Leave No Trace” findest Du hier.

Zugang in die amerikanischen Nationalparks

Im Verlauf Deines Road-Trip wirst Du mit großer Wahrscheinlichkeit den Einen oder Anderen Nationalpark besuchen wollen. 

Die Mehrzahl der Nationalparks verlangen vor der Einfahrt eine Gebühr von meist 35 Dollar pro Fahrzeug. Daher empfehlen wir Dir bei mehr als zwei Besuchen von Anfang an den sogenannten “America the Beautiful National Park and Federal Recreational Lands Pass” für 80 Dollar in dem Besucherzentrum des ersten Parks zu kaufen. 

Der Pass besitzt ein Jahr Gültigkeit und ermöglicht Dir neben dem Zugang in die zahlreichen Nationalparks auch den Eintritt zu mehr als 2.000 Naherholungsgebieten in den USA. Zu den Gebieten gehören unter anderem nationale Wildschutzgebiete sowie Flächen, die durch das BLM (Bureau of Land Management) betreut werden. 

Für den Fall, dass Du Dich nach dem ersten Nationalpark-Besuch dazu entscheiden solltest, Dir doch den “America the Beautiful National Park and Federal Recreational Lands Pass” zu kaufen, wird Dir unter Vorlage der Rechnung Dein erster Eintritt für den Pass gutgeschrieben. Also gut die Quittung aufbewahren 😉  

Infos zu Öffnungszeiten und Updates für die Nationalparks

Bevor Du planst einen der Nationalparks zu besuchen, schaue Dir vorher auf der Webseite des National Park Service an, ob es Warnmeldungen oder Einschränkungen gibt. Beispielsweise in Kalifornien kommt es leider in den Sommermonaten bis in den Herbst/Winter hinein regelmäßig zu starken Waldbränden. Bei vielen Nationalparks in dieser Region entstehen dadurch Beschränkungen hinsichtlich des Zugangs. 

Zudem darfst Du nicht davon ausgehen, dass alle Nationalparks das ganze Jahr über geöffnet haben. Daher empfehlen wir Dir, dass Du vor dem Besuch die Öffnungszeiten nachschaust. Schließlich wäre es mehr als ärgerlich, wenn Du vor verschlossenen Türen stehst.

Alle Informationen auf dieser Seite erfolgen nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche, jedoch können wir keine Gewähr für die Angaben übernehmen.

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