CREW ABC: Leben und Arbeiten auf dem Kreuzfahrtschiff

In unserem Crew ABC haben wir alle möglichen Themen zusammengestellt, die zum Leben und Arbeiten an Bord eines Kreuzfahrtschiffs von großer Bedeutung sind.

A

Der Konsum von Alkohol ist außerhalb der Arbeitszeiten und mit einem gewissem Abstand zum nächsten Arbeitseinsatz in geringen Maßen erlaubt. Die Promillegrenze liegt bei 0,05%. Also darfst Du Dir eigentlich nicht mehr als zwei Bierchen gönnen. Die Kontrolle kann selbstverständlich nicht dauerhaft erfolgen. Aber vor allem wenn Du Dich auffällig oder sogar daneben benimmst, geht es ziemlich schnell und Du darfst wie bei der Polizeikontrolle pusten. Liegt der Wert oberhalb der klar kommunizierten Grenze verlässt Du im nächsten Hafen das Schiff. Befindest Du Dich in einem Land außerhalb von Deutschland wird die Heimreise gebucht und Du darfst die gesamten Kosten selbst tragen. Der Trost, dass Du wenigstens noch in einer schönen Destination ,,kostenlos” Urlaub machen kannst, ist also ein Irrglaube.

Es gibt gewisse Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um überhaupt an Bord arbeiten zu dürfen. Du musst Dir ein sogenanntes Medical (siehe weiter unten bei ,,Seediensttauglichkeit”) ausstellen lassen, welches bestätigt, dass Du für die Arbeit physisch als auch psychisch geeignet bist. Ein sehr guter Umgang mit der englischen Sprache ist Pflicht, da es die Kommunikationssprache unter der Crew ist. Je nach Reederei müssen gewisse Sicherheitstrainings vorab online oder sogar in einem Trainingszentrum wie in Rostock absolviert werden. Jobspezifische Anforderungen findest Du in den jeweiligen Stellenbeschreibungen. 

Ausführlichere Informationen sowie die Abläufe findest Du hier. 

Darüber hinaus sind die persönlichen Anforderungen sehr wichtig, da das Leben und Arbeiten an Bord alles andere sind, als das was Du von zu Hause kennst. Neben einer überdurchschnittlichen Einsatzbereitschaft, stabilen Psyche und wirklich guten Teamfähigkeit wird auch ein respektvoller sowie offener Umgang mit der gesamten Crew als auch den Gästen gefordert – 7 Tage die Woche, monatelang, weltweit.

Tiefergehende Informationen zu den Voraussetzungen findest Du hier. 

Der Weg zum Schiff und nach dem Vertrag in die Heimat zurück wird mit wenigen Ausnahmen (bei Anreise in Deutschland) von dem Arbeit- bzw. Auftraggeber übernommen. Unabhängig davon, ob Du in den USA, auf Mallorca oder einfach in Kiel auf das Schiff aufsteigst.

Vor der Abreise erhältst Du alle nötigen Reisedokumente und selbst wenn aufgrund eines Langstreckenfluges ein Hotelaufenthalt notwendig ist, werden alle nötigen Transfers organisiert. Meist weißt Du vorher nicht, in welches Hotel es geht aber wie von Zauberhand wissen die Personen vor Ort, wohin sie Dich bringen sollen. Auf den Reisedokumenten ist vermerkt, an wen Du Dich nach Ankunft am Flughafen wenden sollst. Es kann auch vorkommen, dass Du mit einem Namensschild und dem Schiffsnamen erwartet wirst. Dieser Zwischenaufenthalt soll sicherstellen, dass Du aufgrund der Zeitverschiebung selbst bei Flugverspätungen oder sogar -ausfällen rechtzeitig am Schiff ankommst. Ab und an kann es vorkommen, dass Du gewisse Ausgaben vorlegen musst, die Du dann aber später wieder ausgezahlt bekommst.

Die Arbeitsbedingungen als auch der Einsatzort an Bord oder Land variieren je nach Abteilung und Position. Grundsätzlich arbeiten alle Crewmitglieder innerhalb einer 7-Tage-Woche durchschnittlich ca. 10 Stunden am Tag. Und nein – Du hast leider wirklich keinen Tag frei. Dafür gibt es aber gewisse Ruhezeiten, die im Großen und Ganzen auch eingehalten werden. Volle Leistungsbereitschaft wird von jedem gefordert, auch wenn es mal über die eigentliche Arbeitszeit hinaus geht. 

Es gibt neben klassischen Hoteljobs wie Rezeption, Service und Housekeeping auch Positionen an Bord, die eher hinter den Kulissen stattfinden und damit wenig bis kaum Gästekontakt bedürfen und sich auch bezüglich der Arbeitsbedingungen extrem unterscheiden. Dabei variieren die Ausführungen zwischen klassischen Bürojobs, Kostümbildnern, Deutschlehrern, Tischlern uvm. Selbstverständlich gibt es auch sehr viele Jobs im nautischen Bereich. Eine Übersicht, welche Positionen es an Bord gibt, findest Du hier.

Einige Souvenirs (u.a. Korallen, Muscheln und sogar teilweise Steine) aus dem Ausland fallen unter den Artenschutz und dürfen nicht mit an Bord gebracht werden. Informationen oder Hinweise werden Dir bei Bedarf an Bord gegeben.

Ausgaben auf dem Schiff können ausschließlich bargeldlos über die ,,Crew-ID” bezahlt werden. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten die kumulierte Rechnung zu begleichen. Entweder lässt Du zu Beginn Deine Kreditkarte einlesen, sodass die entsprechenden Beträge nach dem Abrechnungszeitraum (meist ein Monat) abgebucht werden. Alternativ kannst Du über eine Bargeldeinzahlung Guthaben aufladen, welches sich direkt mit jeder Zahlung mindert.

Bei manchen Reedereien ist es zudem möglich, am Ende des Vertrages den gesamten Rechnungsbetrag Cash oder mit Kreditkarte zu zahlen. 

Egal ob Highway, Autobahn oder I95 – All diese Begriffen beschreiben die Hauptverkehrsader der Crew, die sich einmal durch das gesamte Schiff zieht. Wohin ein Crew-Mitglied sich auch von der Kabine aus begeben möchte, der Weg führt immer über die Autobahn. Hier ist der Name auch wirklich Programm. Zu Stoßzeiten ist meist so viel los, dass Du Dich zum Stoppen auf die Seite stellen musst. Selbst Mitten in der Nacht triffst Du hier Crew-Mitglieder an, die von der Spätschicht zur Kabine laufen, von der ,,Crew-Bar” kommen oder vielleicht auch auf dem Weg zu einem Mitternachtssnack sind. 

Da jedes Crew-Mitglied täglich mehrfach hier entlang läuft, dient die Autobahn auch als zentrales Informationsboard für Themen der Sicherheit aber auch Unterhaltung.

B

Als Crew-Mitglied an Bord eines Kreuzfahrtschiffes profitierst Du neben freier Kost und Logis im Crew-Bereich auch von vielen Vergünstigungen speziell für die Crew. So erhältst Du bei einigen Reedereien auf Spa-Anwendungen, Friseurbesuche und in den Bordshops großzügige Rabatte. Zudem darfst Du bei manchen Kreuzfahrtunternehmen zu bestimmten Zeiten auch privat den Gästebereich nutzen und dort essen, trinken und am Abend das Gäste-Gym nutzen. 

Darüber hinaus werden für die Crew an Bord verschiedene Events organisiert und durchgeführt. Es finden unter anderem Crew-Ausflüge statt, auf denen die Besatzung von besonders günstigen Preisen profitiert.

Meistens bist Du nie direkt bei der Reederei angestellt, sondern arbeitest über einen Personaldienstleister auf dem Schiff. Diese variieren je nach Reederei.

Hierzu haben wir eine Liste der wichtigsten Reedereien, den entsprechenden Dienstleistern und den Informationen zur Bewerbung zusammengestellt.

C

In regelmäßigen Abständen wird von den Führungspersonen an Bord Deine Kabine auf Sauberkeit und Ordnung kontrolliert. Dabei wird darauf geachtet, dass Du keine frischen Lebensmittel in der Kabine lagerst, Deine Rettungsweste intakt ist sowie sich am richtigen Platz befindet und Dein Alkoholvorrat im Rahmen liegt. In der Regel (jede Reederei hat eine andere Handhabung) darfst Du maximal sechs Dosen Bier oder zwei Flaschen Wein besitzen. Spirituosen, sprich harter Alkohol, sind strengstens verboten und disziplinarische Konsequenzen sind die Folge. 

Für die Sauberkeit in Deiner Kabine bist Du als “normales Crew-Mitglied” selbst verantwortlich. Nur Abteilungsleiter und Offiziere kommen in den Genuss, dass ihre Kabine täglich kostenfrei gereinigt wird. Kleiner Tipp: Möchtest Du auch ein Cabin-Cleaner haben, frage Deine erfahrenen Kollegen, ob sie Dir jemand empfehlen können. Es kommt nämlich vor, dass sich der ein oder andere Kollege etwas dazu verdienen möchte 😉

Der Begriff der Crew-Bar ist wohl vielen schon bevor sie das erste Mal aufsteigen bekannt. Seltsamerweise haben auch viele Gäste davon gehört und ab und an bekommst Du vorsichtige Fragen darüber.

Ja, auf so gut wie jedem Schiff gibt es eine Crew-Bar und man trifft sich dort zum Quatschen, Trinken (beachte oben ,,Alkohol”) und Tanzen oder auch, um sich jemanden an zulachen.

Die Öffnungszeiten variieren je nach Reederei, werden allerdings strikt eingehalten. Die Musik wird meist von der Crew selbst gespielt, sodass die Abende zwischen philippinischen Schnulzensongs bis hin zu Hardcore-Techno reichen können. Anhand einer Liste sieht man, wann welche Stimmung herrscht.

Jedes Crewmitglied erhält direkt nach Betreten des Schiffes eine sogenannte Crew-ID, die als Identifikation an Bord aber auch an Land dient. Darauf abgebildet ist ein Foto, welches vor Ort aufgenommen wird, die Crewnummer, die Nummer des Reisepasses und je nach Reederei weitere Informationen. Prinzipiell hat sie zusätzlich zu den sichtbaren Informationen die gleichen Funktionen wie die Bordkarten der Gäste. So wirst Du beim Betreten oder Verlassen des Schiffs registriert, öffnest Deine Kabine und zahlst damit bargeldlos an Bord. 

Besondere Talente haben die Möglichkeit ihr Können im Rahmen der Crew-Show darzustellen. Daran darf jedes Crew-Mitglied teilnehmen, welches ein Talent mitbringt und sich traut vor Gästen und Kollegen aufzutreten. Ganz egal ob Gesang, Tanz, Akrobatik, Comedy, Instrumentalmusik oder etwas Ausgefallenes – alle Auftritte sind willkommen und werden von Gästen meist sogar als Highlight der Reise bezeichnet.

Unter dem Begriff Crew-Welfare wird die Arbeit von einer oder auch mehreren Personen zusammengefasst, die sich wortwörtlich um das Wohl der Crew kümmern. Neben der Funktion als Ansprechpartner werden auch Aktivitäten auf dem Schiff oder an Land organisiert. So werden zum Beispiel Bingo-Abende (mit teilweise wirklich guten Preisen), Crew-Motto-Partys, Sportkurse, Malkurse, Karaoke-Abende und Landausflüge vorbereitet und durchgeführt.

D

Tagesbesucher können innerhalb von zwei bis fünf Tagen (je nach Reederei) vor Anlaufen des Hafens angemeldet werden. So haben Freunde und Familie die Möglichkeit für ein paar Stunden an Bord zu kommen und sich alles live anzuschauen. Bei manchen Reedereien ist es nicht erlaubt den Crew-Bereich zu betreten, der Gästebereich kann aber größtenteils besichtigt werden. Dies ist meist überall möglich, ob in Costa Rica, auf Mallorca oder auch in Hamburg. Für die Zeit des Aufenthaltes musst Du Deine Gäste ständig begleiten.

Um die Sicherheit an Bord gewährleisten zu können, werden in regelmäßigen Abständen Notfallsituationen simuliert, sodass die Besatzung weiß, was im Ernstfall zu tun ist. So kann zum Beispiel auch mal ein Großbrand mit mehreren Verletzten simuliert werden.

Über mehrfache Borddurchsagen werden die Gäste über diese Übungen informiert, damit niemand in Panik gerät.

Der Konsum illegaler Drogen jeglicher Art ist strengstens verboten und wird bei Verstoß mit einer sofortigen Kündigung sowie Heimreise auf eigene Kosten geahndet.

E

Getränke, eine Kosmetik-Grundausstattung und abgepackte Snacks können im Crew-Bereich für kleines Geld erworben werden. Die Shops des Gästebereichs stehen der Crew ebenfalls offen, sodass Du die wichtigsten Dinge direkt auf dem Schiff erhalten kannst. Allerdings ist die Auswahl nicht allzu groß und Du solltest Deine Lieblingsprodukte entweder direkt von Anfang an mitbringen (schau Dir dazu auch gerne unsere Packliste an) oder im Hafen einkaufen.

Der Wechseltag, oder meistens auf Englisch einfach als Embarkation Day bezeichnet, ist das Ende bzw. der Beginn einer jeden Reise.

Dieser Tag ist für viele Crew-Mitglieder der anstrengendste Tag der Cruise und man kann fast sagen es herrscht Ausnahmezustand. Abgesehen davon, dass alle Kabinen komplett neu hergerichtet und alle Koffer der abreisenden Gäste vom Schiff sowie alle Koffer der anreisenden Gäste aufs Schiff gebracht werden müssen, steht der gesamte Check-In Prozess an. Dafür werden Crew-Mitglieder von Abteilungen eingesetzt, die an diesem Tag nicht so stark eingebunden sind. Dieser Prozess kann je nach Größe des Schiffes und auch des Fahrtgebietes nur zwei Stunden oder sogar den ganzen Tag über andauern. Auch nicht zu verachten ist die Vorbereitung u.a. der Bordkarten, die individuell für jeden Gast gedruckt werden müssen. Direkt nach dem Check-In wird selbstverständlich das obligatorische Einschiffungs-Foto geschossen.

Nicht nur die Kabine, sondern auch die Mahlzeiten erhältst Du kostenfrei auf dem Schiff. Zentraler Anlaufpunkt dafür ist die Crew Mess, die je nach Reederei und Größe des Schiffes mal länger, mal kürzer geöffnet ist. Für Frühstück, Mittag- und Abendessen ist auf alle Fälle gesorgt. Die Speisen kannst Du Dir teilweise an Ausgabestationen abholen oder an den Buffet-Auslagen selbst zusammenstellen. Getränke können an Stationen abgefüllt werden. 

Manche Reedereien erlauben es ihren Crew-Mitgliedern auch in den Restaurants der Gäste meist gegen Gebühr zu speisen. Hier herrschen individuelle Regelungen, die Du direkt an Bord erfährst oder eventuell auch im vorhinein erfragen kannst.

F

Lebst und arbeitest Du schon längere Zeit auf dem Kreuzfahrtschiff, darf Dich Deine Familie auch eine ganze Reise lang besuchen. Dazu wird ein Antrag gestellt, in dem der Grad der Verwandtschaft und der gewünschten Reisezeitraum angegeben wird. Bist Du in einer Position, die eine große Offizierskabine mit sich bringt, darf sogar auf der eigenen Kabine übernachtet werden. Ist dies nicht der Fall, kann eine Gästekabine beantragt werden. Hierzu gibt es allerdings einiges zu beachten. Alle nötigen Informationen dazu erhältst Du direkt an Bord. 

Feierlichkeiten, an denen etwas für die Crew ausgerichtet wird, richten sich grob nach dem jeweiligen Anteil der Nationalitäten auf dem Schiff. Zu Hauptfeiertagen der westlichen Welt wie Weihnachten, Ostern & Co. kannst Du auf alle Fälle kleine oder auch große Besonderheiten und sogar Geschenke erwarten – je nach Kreuzfahrtunternehmen.

Da viele Crewmitglieder von den Philippinen stammen, ist beispielsweise der philippinische Unabhängigkeitstag auch ein Anlass für große Feierlichkeiten.

Jede Crew-Kabine ist mit einem Fernseher ausgestattet, der unterschiedliche Funktionen bietet. Je nach Kreuzfahrtanbieter hast Du Zugriff auf das Entertainment-Programm der Gäste oder auf ein ausgewähltes Programm für die Crew. Auch öffentlich rechtliche sowie private Fernsehsender können empfangen werden. Außerhalb von Europa ist die Auswahl sehr beschränkt und beinhaltet größtenteils internationale Nachrichtensender.

Einige Crew-Mitglieder bringen eine Spielkonsole mit, um sich die Abende auf der Kabine zu vertreiben.

Die wenig freie Zeit, die Du auf dem Schiff zur Verfügung hast, solltest Du ausgiebig nutzen, um einen Ausgleich zu finden. Die Räumlichkeiten, die der Crew zur Verfügung stehen, variieren stark je nach Größe des Schiffes. Auf kleinen, exklusiven Schiffen bleibt da eigentlich nur die Crew Mess, Crew Bar, die eigene Kabine und das Crew Gym. Das Crew-Deck bietet die Möglichkeit sich an der frischen Luft aufzuhalten und ist ein Treffpunkt, um gemeinsam das Auslaufen zu genießen.

Informationen bzw Inspirationen zum Zeitmanagement haben wir Dir hier zusammengestellt. 

Auf größeren Schiffen gibt es einen bis mehrere Aufenthaltsräume, die Du für unterschiedliche Aktivitäten nutzen kannst. Wie unter ,,Crew-Welfare” beschrieben, gibt es auch Gruppenveranstaltungen, die bei Interesse besucht werden können. Häufig kann das Gäste-Gym zu Abendzeiten mit gepflegtem Auftreten und angemessenem Verhalten genutzt werden. 

Vor allem ab der Mitte bis zum Ende des Vertrages fällt es manchmal schwer, dies auch wirklich zu tun und sich nicht einfach auf die Kabine zurück zu ziehen. Zu diesem Thema haben wir auch den Artikel “Die acht Phasen vom ersten Vertrag au dem Kreuzfahrtschiff” geschrieben.

Ob Du als Crewmitglied auch die öffentlichen Bereiche der Gäste nutzen darfst, findest du unter ,,Gästebereich”. 

Alle Informationen rund um die private Zeit im Hafen findest Du unter ,,Landgänge”.

Sitzt die Frisur nicht mehr richtig, gibt es verschiedene Möglichkeiten für einen frischen Haarschnitt. An Bord hast Du die Wahl zwischen dem kostenintensiven Bordfriseur oder dem Alternativfriseur auf den Kabinengängen. Letzterer ist eine Kollegin oder ein Kollege, die sich neben ihrem Job an Bord ebenfalls in dem Handwerk gut auskennen und in ihrer Freizeit diesen Service zu günstigen Konditionen anbieten. Natürlich hast Du auch die Möglichkeit in der Freizeit einen Friseur im Hafen zu besuchen.

G

Die private Nutzung des Gästebereichs als Crew-Mitglied ist nicht bei allen Reedereien gestattet. Auf Luxusschiffen kannst Du davon ausgehen, dass diese Bereiche ausschließlich den Gästen vorbehalten werden. Ist der Zutritt erlaubt, versteht es sich von selbst, dass Du gepflegt auftrittst und Dich angemessen verhältst. Meist sind es die Restaurants, Bars und das Theater, die Du in einer kleinen Gruppe von Kollegen gemeinsam besuchen darfst. Ist der Zutritt nicht gestattet, verringern sich die Möglichkeiten zur Gestaltung der freien Zeit auf dem Schiff.

Bevor Du einen Vertrag unterschreibst, solltest Du Dir im Klaren darüber sein welche Freizeitmöglichkeiten Dir wichtig sind und diese gegebenenfalls erfragen.

Bis auf die riesigen Liner des amerikanischen Kreuzfahrtmarkts haben die meisten Schiffe keinen Geldautomaten an Bord. Als Crew-Mitglied zahlst Du, wie unter ,,Ausgaben an Bord” beschrieben, bargeldlos mit der ,,Crew-ID”. Benötigst Du Geld für Ausgaben an Land, stehen manchmal bereits im Hafenterminal oder weiter in den Zentren der Städten ATM’s zur Verfügung. Die einzige Möglichkeit auf dem Schiff an Bargeld zu kommen, ist die Auszahlung eines gewissen Betrages des Verdienstes. Dies wird häufig angeboten und Du erhältst so Euro oder US-Dollar. 

Je nach Fahrtgebiet kann es vorkommen, dass jedes Land seine eigene Währung besitzt. Meist ist es am einfachsten ausschließlich die Kreditkarte zu nutzen.

Bei Anreise in Deutschland gibt es keine Obergrenze des Gepäcks, das an Bord mitgebracht werden darf. Ist ein Flug notwendig, darfst Du je nach Personaldienstleister ein oder zwei große Gepäckstücke mit Dir führen. Die entsprechenden Informationen erhältst Du mit den Reisedokumenten. Sperrige Gegenstände, die keinen Platz in der Kabine finden, sind verboten. Da der Platz in der Kabine allgemein sehr beschränkt ist, solltest Du versuchen Dich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Schau’ doch auch mal in unsere Packliste, die Dich sehr gut auf Deinen ersten Einsatz vorbereitet

H

Ob in Asien, Mittelamerika oder Europa – jeden kann das Heimweh treffen und das ist auch völlig normal, da Du das gewohnte Umfeld verlässt und im Prinzip in eine andere Realität abtauchst. Nicht nur privat, sondern auch beruflich. Um sich wohler zu fühlen, hilft es sich mit Kollegen auszutauschen und deren Gefühle zu erfragen, gerade im ersten Vertrag. Auch der Kontakt mit den Daheimgebliebenen ist sehr gut möglich, da es (teilweise kostenpflichtiges) ,,Internet” auf dem Schiff gibt und fast jedes Hafenterminal über WLAN verfügt.

Ein heimeliges Gefühl vermitteln auch Gegenstände, die einem zu Hause wichtig sind – zum Beispiel der Lieblingstee, Flauschpulli, Lichterkette oder auch Fotos von Freunden und Familie. Hilfreich dafür ist auch unsere Packliste. Ist das Heimweh zu groß oder die Identifikation mit dem Leben und Arbeiten auf dem Schiff nicht möglich, kannst Du den Vertrag auch vorzeitig beenden. Weitere Informationen findest Du dazu unter ,,Kündigung”. 

Schau’ Dir auch unsere acht Phasen vom ersten Vertrag auf dem Kreuzfahrschiff an, um einen guten Eindruck der Gefühlslagen während des Vertrages zu erhalten.

I

Neben zahlreichen Voraussetzungen gehört auch eine Gelbfieberimpfung zum absoluten Muss für jeden Seefahrer auf einem Kreuzfahrtschiff. Die Impfung führt das Tropeninstitut oder ein Tropenmediziner durch. 

Eine Liste mit dem Tropeninstitut in Deiner Nähe findest Du hier.

Der Kontakt mit den Daheimgebliebenen ist sehr wichtig und so gibt es auch auf jedem Schiff WLAN.

Bis auf wenige Ausnahmen musst Du allerdings für Datenpakete oder Minuten zahlen. Der entsprechende Internetpreis variiert je nach Kreuzfahrtunternehmen und teilweise sogar nach Fahrtgebiet. Über einen Log-In, der mit Deinem Bordkonto verknüpft ist, werden die Ausgaben abgerechnet.

K

Die Unterbringung richtet sich nicht nur nach dem Rang des ausgeführten Jobs, sondern variiert auch zwischen dem Alter und der Größe des Kreuzfahrtschiffes. Prinzipiell gibt es drei Kategorien von Kabinen mit unterschiedlichen Ausstattungen:

    • Gemeinschaftskabine: Meist wohnen hier zwischen 2-4 Crewmitglieder und die Privatsphäre beschränkt sich auf den kleinen Bereich mit zugezogenem Vorhang des Stockbettes. Kleine Kleiderschränke, mindestens ein Schreibtisch mit Stuhl, mindestens ein Fernseher, ein Kühlschrank und Telefon sowie ein abgetrenntes Badezimmer sind in der Crew-Kabine vorhanden. Die Bettgröße beträgt ca. 90-100 cm.
       
    • Single-shared Kabine: Die Privatsphäre ist hier größer und umfasst die Kabine mit herunterklappbarem Bett, Schreibtisch mit Stuhl, kleinem Kleiderschrank und ein paar zusätzlichen Stauflächen, Kühlschrank, Telefon und ein kleines Waschbecken. Mit dem Kabinennachbarn teilst Du Dir ein Bad mit Dusche und WC, welches man von beiden Kabinen aus erreicht. Die Bettgröße beträgt ca. 80 cm. 

    • Einzelkabine: Im Gegensatz zur Single-Shared Kabine steht einem in dieser größeren Kabine auch ein eigenes Bad zur Verfügung. Je nach Schiff und Position hat man auch das Privileg eines Bullauges, dies macht allerdings den geringsten Anteil aus. Die Bettgröße beträgt meist ca. 140 cm. 

Bettwäsche und Handtücher werden Dir gestellt und können bei der Laundry gegen ein frisches Set eingetauscht werden.

Während der Zeit an Bord bist Du über Deinen Arbeit- bzw. Auftraggeber unfall- und krankenversichert. Der Bordarzt ist die erste Anlaufstelle auf dem Schiff und kann während speziellen Crew-Öffnungszeiten besucht werden. Handelt es sich um Fälle, die auch ein Allgemeinarzt nicht behandeln würde, können Arztbesuche an Land organisiert werden. In Ausnahmefällen musst Du das Schiff samt Gepäck verlassen, damit eine ausreichende Behandlung sichergestellt werden kann. Meist werden die Kosten direkt übernommen. Allerdings müssen gewisse Ausgaben manchmal zunächst selbst übernommen werden. Diese werden aber nach Einreichen der Unterlagen wieder rückerstattet.

Kommst Du mit dem Leben und Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff nicht zurecht oder ist das ,,Heimweh” zu groß, hast Du die Möglichkeit den Vertrag vorzeitig zu beenden und das Schiff zu verlassen. Die Konditionen variieren je nach Position und meist musst Du die Kosten der Heimreise selbst übernehmen. Bei ernsten Regelverstößen kannst Du auch gekündigt werden.

L

Sobald das Schiff angelegt hat und es der Arbeitsplan zulässt, kannst Du das Schiff verlassen, um so den jeweiligen Hafen zu entdecken. Einige der Crew-Mitglieder starten eine schnelle Sightseeing-Tour, andere flanieren durch die Stadt, kaufen ein oder gehen in das nächstgelegene Cafe.

Bei allen Landgängen ist es absolut wichtig die Uhr im Blick zu behalten, da die nächste Arbeitsschicht oder das Auslaufen aus dem Hafen kommen. Gerade wenn viele Gäste gleichzeitig zurück zum Schiff möchten, können hier schon mal Wartezeiten von bis zu einer Stunde entstehen. Dabei ist es nicht erlaubt, sich an den Gästen vorbei zu drängeln mit der Ausrede, dass Du arbeiten musst. 

Die Länge der freien Zeit in den Häfen variiert stark nach der Position, welche Du an Bord ausübst. So kann es sein, dass Du nur eine gute Stunde für die Zeit im Hafen hast, andere haben sogar bis zu fünf Stunden Freizeit. Die Arbeitszeiten pro Tag sind dennoch ungefähr gleich und verteilen sich einfach anders.

Der Weg in die Stadt kann gerade bei Industriehäfen auch mal bis zu einer guten halben Stunde betragen. Auch sollte man sich bewusst sein, dass die Hauptsehenswürdigkeiten einer Region meist nicht immer im Hafen oder der entsprechenden Stadt liegen, sodass viel Zeit für den Transfer benötigt wird. Jeden Hafentag wirst Du wahrscheinlich auch nicht immer die Zeit haben, um Dich an Land umzuschauen. 

Auf manchen Routen bleibt das Schiff eine oder sogar mehrere Nächte im Hafen. Bei diesen sogenannten Overnights bleibt nach Feierabend viel mehr Zeit, da Du die ganze Nacht über zurück aufs Schiff kehren kannst. Für Partygänger wichtig zu beachten ist, dass bei Rückkehr der Alkoholwert nicht die unter ,,Alkohol” beschriebene Maximalgrenze von 0,05% überschreiten darf.

Allgemein sind die Kabinen recht ruhig und Du hörst weniger Geräusche als in den meisten Hotelzimmern. Ein kleines Rauschen der Klimaanlage musst Du auf allen Kabinen in Kauf nehmen, da so die Sauerstoffzufuhr geregelt wird. Ob die Geräusche in einer Kabine lauter oder leiser sind, hängt hauptsächlich von der Lage ab. Befindet sich die Kabine beispielsweise unterhalb des Gangwaybereiches, hörst Du hier schon ab und an mal die Vorbereitungen zum Anlegen in der Früh. Auch Motorengeräusche bzw. eher ein kontinuierliches Brummen kannst Du in gewissen Bereichen mitbekommen. Alles in allem beschränken sich diese Lautstärken auf ein Minimum aber Du solltest Dir bewusst sein, dass Du auf einem fahrenden Schiff schläfst und überall ausgeklügelte Technik und viele Leitungen stecken.

Verträgst Du gewisse Lebensmittel nicht, kannst Du dies in der Crew Mess angeben und erhältst Informationen über die Inhaltsstoffe der Speisen und auf Anfrage und je nach Schiff individuelle Gerichte. 

Da Du nicht nur an Bord arbeitest, sondern auch lebst, entstehen bei der Länge der Einsätze selbstverständlicherweise mal kürzere, mal längere zwischenmenschliche Beziehungen. Dies kann einem niemand verbieten, sodass mit diesem Thema sehr offen umgegangen wird. Einzig und allein sind offensichtliche Turteleien im Beisein von Gästen verboten. Häufig arbeiten deutlich mehr Männer als Frauen auf dem Schiff und die Verteilung kann bis 80:20 erreichen. Wie unter ,,Kabine” beschrieben, kann es je nach Position schwierig mit der Privatsphäre werden und gerade bei Gemeinschaftskabinen ist eine offene Kommunikation zur Absprache notwendig. 

Auch wir haben uns auf dem Schiff kennengelernt und wenn Du mehr über unsere Geschichte erfahren möchtest findest Du Sie hier.

Das Thema der Einwilligung oder auch auf Englisch als Consent bezeichnet wird sehr groß geschrieben und beispielsweise in diesem Video verdeutlicht:

www.youtube.com/watch?v=pZwvrxVavnQ

M

Der Kapitän wird auf dem Schiff auch als Master bezeichnet und ist wie aus der lateinischen Übersetzung von capitaneus ,,Anführer” zu erkennen die ranghöchste Person an Bord. Ihm oder ihr haben alle Crew-Mitglieder Folge zu leisten. 

Schau dir auch gerne unseren Beitrag zu allen Jobs an Bord eines Kreuzfahrtschiffes  an.

N

Ganz zu Beginn Deiner Karriere auf dem Schiff wirst Du mit einem Nametag ausgestattet, auf dem Dein Name und Deine Abteilung bzw. Position erkennbar ist. Dein Namensschild musst Du bei den meisten Reedereien immer sichtbar tragen, sowohl im Crew- als auch Gästebereich. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Du Dich in Deiner Freizeit befindest und private Kleidung trägst.

An Bord eines Kreuzfahrtschiffes arbeiten je nach Größe Crewmitglieder aus bis zu 50 verschiedene Nationen. Die meisten Besatzungsmitglieder stammen aus Südostasien, Indien und Lateinamerika. Je nach Sitz der Reederei folgen beispielsweise Deutschland, Amerika oder auch Italien. Dieser Mix aus verschiedenen Sprachen, Kulturen, Religionen sowie Traditionen verlangt unabdingbar Respekt, Toleranz und ein offenes Miteinander unter der Crew.

P

Auf dem Schiff nimmt die Personalabteilung nicht die klassische Hauptrolle des Recruitings ein, sondern dient als Ansprechpartner und Vermittler zwischen den unterschiedlichen Abteilungen. Auch die Sicherstellung des Wohlseins der Crew ist einer der Hauptaufgaben, sodass Du hier persönliche Angelegenheiten anbringen kannst. Der Hauptansprechpartner ist der HR-Manager und auf kleineren Schiffen der Crew-Administrator oder auch Crew-Purser genannt.

Ob Du Briefe und Pakete empfangen kannst, hängt von dem Kreuzfahrtunternehmen ab und Du kannst dies direkt an Bord erfragen. Ist es möglich, erhältst Du dort auch Informationen über Größen und Postadressen, die Du den Daheimgebliebenen mitteilen kannst.

R

Da Feuer die größte Gefahr an Bord darstellt, ist das Rauchen nur in bestimmten Bereichen des Schiffes erlaubt. Im Crew-Bereich sind spezielle Räume installiert, wo sich die Raucher gerne treffen und unter sich sind. Zudem ist das Rauchen auf dem Crew-Deck im gekennzeichneten Bereich ebenfalls gestattet. Bei manchen Reedereien darf sogar auch auf den Außendecks des Gästebereichs geraucht werden. Das Rauchen auf der Kabine hingegen ist strengstens verboten und die sensiblen Rauchmelder bekommen fast alles mit.

Das Ausweisdokument ist für den Aufstieg auf das Kreuzfahrtschiff zwingend notwendig und muss noch mindestens ein Jahr ab Beginn des Vertrages gültig sein. Direkt nach Betreten des Schiffes wird dieser für die Laufzeit des Einsatzes einbehalten und nur für manche Visaangelegenheit in bestimmten Fahrtgebieten herausgegeben. 

Einen Stempel erhältst Du selbst in außereuropäischen Häfen nur sehr selten, da es in den Hafenterminals meist gar keine richtigen Passkontrollen gibt und man das Schiff nur mit der ,,Crew-ID” verlässt. 

Da der Reisepass mit einem Barcode-Sticker versehen wird, der leider sehr klebrig ist, empfiehlt sich eine einfache Reisepasshülle, an der einem nicht viel liegt. Ein Beispiel findest Du in unserer Packliste.

S

Jedes Crew Mitglied bekommt am Tag des Aufstiegs eine Sicherheitsaufgabe an Bord vom Safety Officer zugewiesen, welche im Notfall Folge zu leisten ist. Die Zuverlässigkeit der Crew im Notfall ist von großer Bedeutung, da jede Aufgabe zum Wohl der Gemeinschaft beiträgt und gleichermaßen von Bedeutung ist.

Das sogenannte Medical ist eine weitere Voraussetzung, um an Bord eines Kreuzfahrtschiffes arbeiten zu können und muss von jedem Crew-Mitglied zu Beginn eines jeden Vertrags vorgelegt werden. Bei dieser Untersuchung testet ein zugelassener Schiffsarzt die Seediensttauglichkeit. Darunter fällt zum Beispiel Seh-, Farb- und Hörvermögen, Fragen zu Vorerkrankungen sowie eine allgemeine Befragung. 

Bei gewissen Erkrankungen ist es leider nicht möglich, an Bord zu arbeiten. Allerdings ist die Bescheinigung der Seediensttauglichkeit alleine ausschlaggebend, sodass man sich diese auf jeden Fall so früh wie möglich einholen sollte, um nicht enttäuscht zu werden. Weitere Infos dazu findest Du in unserem Artikel “Vorbereitungen für Deinen Aufstieg und Anfänge auf dem Schiff”.

Die Kosten liegen bei 95,03 Euro und die Gültigkeit beträgt zwei Jahre, muss also bei Bedarf erneuert werden. 

Weitere Informationen und eine Liste der zugelassenen Ärzte in Deutschland findest du hier.

Bei starkem Seegang und unruhiger See kann es auch schon mal vorkommen, dass Du von der Seekrankheit eingeholt wirst. Für den Fall, dass Du Dich unwohl fühlst, gibt es Tabletten dagegen. Entweder findest Du diese im Crew-Bereich oder auf jeden Fall beim Bordarzt. Leider ist die Nebenwirkung meist starke Müdigkeit und daher eher für den Nachmittag oder Abend geeignet. Es gibt zusätzliche Hilfsmittel wie zum Beispiel Akupressurbänder oder auch Ingwerbonbons. Frische Luft hilft ebenfalls, ebenso wie das Fixieren des Horizonts. Entgegen mancher Überzeugungen ist seltenes Essen absolut kontraproduktiv. Am besten werden kleine Portionen, dafür aber öfters zu sich genommen, damit der Magen ständig zu arbeiten hat.

Das Seemannsbuch dient zur Identifikation von Seefahrern und ist in vielen Ländern außerhalb der EU verpflichtend, um als Crew-Mitglied das Schiff zu verlassen, auch wenn es an Bord einbehalten wird. Zudem gilt es als Arbeitsnachweis, da dort auch jeder Einsatz an Bord der Schiffe inklusive der gefahrenen Seemeilen dokumentiert wird. In der Regel erhältst Du das Seemannsbuch im ersten Vertrag an Bord.

Je nach Größe des Schiffes arbeitest Du mit bis zu 50 unterschiedlichen Nationalitäten zusammen. Daher ist die Bordsprache unter der Crew sowie auch die Sicherheits-Sprache weltweit auf Englisch festgelegt. Zudem solltest Du natürlich auch die Sprache der Gäste sprechen. Manche Reedereien bieten hierfür Sprachkurse auf den Schiffen an, sodass Du in Deiner Freizeit die Sprache der Gäste erlernen bzw. Deine Kenntnisse erweitern oder vertiefen kann.

T

Auf jeder Kabine, in jedem Büro und in den öffentlichen Bereichen im Crew- als auch Gästebereich gibt es Telefone, die das Telefonieren untereinander an Bord ermöglichen. Gäste können diese Kommunikationsmöglichkeit ebenfalls untereinander nutzen. Glücklicherweise ist eine kleine Logik hinterlegt, die einen Anruf aus dem Gästebereich zu Crew-Kabinen verhindert. 🙂 

In gewissen Positionen und je nach Größe des Schiffes erhältst Du ein Dect Phone oder auch ganz oldschool einen Pager, sodass Du auch fernab der schnurlosen Telefone erreichbar bist.

Möchtest Du außerhalb des Schiffes telefonieren, kannst Du Dir eine sogenannte Ocean Phone Card kaufen. Der Preis liegt bei ca. 10 Euro und Du erhältst ein Gesprächsguthaben von 60 Minuten. Diese Prepaid-Telefonkarte ist mit einer gewissen Vorwahl und einem PIN versehen, die Du einfach in das Telefon auf der Kabine eingibst. Danach tippst Du die gewünschte Nummer ein und kannst dann selbst von offener See aus mit einer guten Verbindung telefonieren. Diese Karte kannst Du an Bord oder auch schon vorab von zu Hause aus erwerben.

U

Alle Crew-Mitglieder sind dazu verpflichtet während Ihrer Arbeitszeit eine Uniform zu tragen. Sobald Du das Schiff betrittst und Deinen Willkommens-Umschlag in den Händen hältst, geht es im nächsten Schritt mit dem Uniform-Sheet zum Tailor. Dort erhältst Du, je nachdem welche Position Du an Bord hast, Deine Uniform in mehrfacher Ausführung für tagsüber und abends. Die Arbeitskleidung symbolisiert die Abteilungszugehörigkeit sowohl für die Gäste, als auch untereinander. 

Deine Uniform muss sich stets in einem sauberen und ordentlichen Zustand befinden. Damit dies jederzeit gewährleistet ist, wird sie Dir in der Laundry kostenlos gereinigt und aufbereitet. Die Dauer beträgt im Allgemeinen zwei Tage.

Da Du auf dem Schiff keine richtige Festanstellung hast, sondern einen befristeten Arbeitsvertrag von meist drei bis sechs Monaten, gibt es keinen klassischen Urlaubsanspruch. Die Pausen zwischen den Verträgen variieren zwischen drei Wochen bis zu drei Monaten. In der freien Zeit bist Du ungebunden und kannst sie frei nach Deinen Wünschen gestalten.

V

Prinzipiell gibt es zwei Formen der Beschäftigung und der entsprechenden Bezahlung an Bord. Zum einen als Anstellung und zum anderen als Selbstständiger mit Auftrag über die Dauer des Vertrages. Meist wird man monatlich bezahlt oder schreibt eben eine Rechnung. Es gibt während des Monats die Möglichkeit sich einen Teil des Geldes zu festgelegten Zeiten an Bord auszahlen zu lassen. So gibt es unterschiedliche Möglichkeiten das Gehalt bzw. Honorar der Arbeit auf dem Kreuzfahrtschiff zu erhalten. Die Höhe des Verdienstes hängt stark von der ausgeführten Position an Bord ab. Daher kann man keine pauschalen Aussagen darüber treffen.

Das Arbeiten an Bord eines Kreuzfahrtschiffes ist befristet und wird vertraglich immer wieder neu geregelt. Dein Arbeitseinsatz an Bord, je nach Rang und Position, beträgt im Schnitt drei bis sechs Monate. Abteilungen wie das Housekeeping oder die Galley (Küche) sind auch schon mal neun bis elf Monate an Bord. 

Kurz vor Ablauf Deines Vertrags wird Dir meist von der Landseite mitgeteilt auf welchem Schiff Du als nächstes eingeplant bist. Mitunter kannst Du vorher auch Wünsche äußern wohin Du als nächstes möchtest. Allerdings geht das in der Regel nur, wenn Du kein Managerposten oder eine Position ausführst, wo Du auf Dich alleine gestellt bist. Der Grund hierfür ist, dass diese Crew-Mitglieder meistens fest auf den Schiffen eingeplant sind bzw. werden und nur wenig Spielraum bleibt.

Während Deiner Zeit an Bord musst Du Dich um Einreisebestimmungen oder Ähnliches nicht sorgen. Für diese Formalitäten ist der Crew Purser oder Crew Administrator verantwortlich. Manche Crew-Mitglieder haben nicht die Möglichkeit alle Länder zu besuchen, allerdings ist dies für EU-Staatsbürger in den meisten Fällen kein Problem. 

Solltest Du aber im nächsten Vertrag in den USA zum Einsatz kommen, benötigst Du ein C1/D-Visum. Mit der Online-Registrierung erhältst Du ein Termin bei dem amerikanischen Konsulat (Berlin, Frankfurt oder München), wo Du das Transitvisum beantragst. Haben die Behörden der Vereinigten Staaten von Amerika nichts zu beanstanden, bekommst Du Deinen Reisepass mit samt dem eingetragenen Visum innerhalb von zehn Tagen wieder nach Hause geschickt.

W

Für die Reinigung Deiner privaten Kleidung stehen Dir in der Crew-Laundry kostenfrei Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Das Waschmittel an Bord ist sehr einfach und versprüht vielleicht nicht gerade den Duft, den Du von zu Hause gewöhnt bist. Am besten bringst Du Dir Dein eigenes Waschmittel mit. Sehr hilfreich und praktisch sind Waschtabs, da sie keine Dreck machen, leicht zu verstauen sind und einfach mit zur Laundry genommen werden können. Zudem gibt es bei manchen Reedereien auch Bügeleisen. 

Alternativ kannst Du gegen eine Gebühr Deine Wäsche auch bei der Bord-Laundry abgeben und nach zwei bis drei Tagen wieder abholen. Jedoch sind die Regelungen von Reederei zu Reederei unterschiedlich.

Z

Jede freie Minute an Bord ist goldwert. Da dieses Thema jedoch sehr umfangreich ist, haben wir Dir hier einen ausführlichen Beitrag mit Ratschlägen und Tipps zusammengestellt. 

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